Blick in die Arbeitsgruppen

Am Dienstagnachmittag wurde in den Arbeitsgruppen „Barrieren vor der Haustür“, „Barrieren in der Sprache“ und „Barrieren in den Köpfen“ gemeinsam gelacht, diskutiert und an Konzepten gefeilt. Hier ein kleiner Einblick:

Arbeitsgruppe eins "Barrieren vor der Haustür"

Arbeitsgruppe eins „Barrieren vor der Haustür“

Arbeitsgruppe eins: Barrieren vor der Haustür, geleitet von Peter Taubald
Audio-Statement von der freien Journalistin Daniela LukaßenBarrierefreiheit meint nicht nur, dass Treppen durch Aufzüge ersetzt werden. Barrierefrei meint, dass Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Lebensbereichen an allen Angeboten teilhaben können, wenn sie es wollen. Und sie sollen dazu willkommen sein. Ist dieses Ziel in Sichtweite? Wie erleben die Menschen in den Städten und Gemeinden diesen Prozess, in den Schulen, in der Arbeitswelt, im öffentlichen Leben? Machen wir eine Bestandsaufnahme, finden wir Formen und Formate zur Darstellung!

Audio-Statement von der freien Journalistin Daniela Lukaßen:Was nehmen Sie aus dem Seminar für Ihre Arbeit mit?

[Ergänzung]: Lukaßen: mitgenommen habe ich auf jeden Fall dass es bei dem Thema Inklusion noch Redebedarf gibt, auch innerhalb der journalistischen Kreise. Dinge, die ich umsetzen werde – zum einen dass ich die journalistische Sorgfaltspflicht achte, egal ob es um Menschen mit oder ohne Behinderungen geht, aber auch, dass ich auf bestimmte Begrifflichkeiten achte wenn ich beriche, und dass ich nicht über Menschen mit Behinderungen, sondern mit Menschen mit Behinderungen spreche.

 

Arbeitsgruppe zwei "Barrieren in der Sprache"

Arbeitsgruppe zwei „Barrieren in der Sprache“

Arbeitsgruppe zwei: Barrieren in der Sprache, geleitet von Lutz Bernhardt
Audio-Statement von der freien Journalistin Liane von DrosteBehindert – gehandicapt – eingeschränkt. Im Alltag der Redaktionen ist der richtige Sprachgebrauch im Umgang mit dem Thema „Behinderung“ schwierig. Vor lauter politischer Korrektheit stehen wir vor sperrigen Überschriften und kraftlosen Beschreibungen. Welche Formulierung ist beleidigend oder sogar entwürdigend? Wie nehmen Betroffene die veröffentlichte Sprache wahr? Die Arbeitsgruppe sucht nach treffenden Begriffen und Unterscheidungen. Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens als Hilfestellung für die tägliche Arbeit.

Audio-Statement von der freien Journalistin Liane von Droste:Was nehmen Sie aus dem Seminar für Ihre Arbeit mit?

von Droste: Einen festen Vorsatz habe ich hier gefasst. Was ich gerne machen möchte, ist, einen Gebärdendolmetscherkurs zu besuchen und darüber zu schreiben. Ich möchte wissen, wie wird man Gebärdendolmetscher. Was ich sehr schön finde hier, ist, das ganz viele Vorschläge von Kollegen kommen, die sich in ganz vielen Redaktionen im Alltag umsetzen lassen; anregende Diskussionen nehme ich mit. Verraten kann ich für morgen in unserer Arbeitsgruppe, dass wir einen Stadtteilcheck machen wollen. Wir haben das aufgesetzt und möglichst viele von uns wollen das umsetzen.

 

Arbeitsgruppe drei: "Barrieren in den Köpfen"

Arbeitsgruppe drei: „Barrieren in den Köpfen“

Arbeitsgruppe drei: Barrieren in den Köpfen
Audio-Statement Katharina Wojczenko, Nordbayerischer Kurier
Inklusion ja, aber bitte nicht in meiner Schule – wo Menschen mit Behinderung ihr Recht einfordern, am alltäglichen Leben teilzunehmen, kann Streit entstehen. Die Arbeitsgruppe benennt die größten Konfliktlinien im gesellschaftlichen Miteinander, geht Ursachen auf den Grund und analysiert die Rolle der Lokalredaktion im Spannungsfeld zwischenInklusionsgegnern und -befürwortern. Daraus entsteht ein Themenkatalog, der erschließt, wo Mehrheiten Minderheiten ausgrenzen. Ein Wegweiser, um das Thema Inklusion im Lokalen verankern und verorten zu können.

Audio-Statement Katharina Wojczenko, Nordbayerischer Kurier: Was nehmen Sie aus dem Seminar für Ihre Arbeit mit?

Wojczenko: Ich habe mitgenommen: Wahnsinnig spannende Referenten, die sich zum Teil auf dem Podium gestritten haben, was unglaublich spannend war; eine richtig, richtig gute Arbeitsgruppe, und wir haben es geschafft, das abstrakte Wort Inklusion so runterzubrechen, das wir für unsere Medien etwas richtig Gutes basteln können. Nicht nur zum Thema Schule, sondern auch zur Inklusion nicht-behinderter Menschen, bis zu den Themen, wie mache ich einen inklusiven Arbeitsplatz, und Sexualität. Das Wichtige ist, dass es nicht nur um eine Haltung geht die sich im Kopg ändern muss, sondern wie kann man das im Alltag umsetzen, was sind die Probleme die man anpacken kann und wie kann unser Leben miteinander schöner werden. Dafür haben wir viel Werkzeug an die Hand gekriegt.

 

 

Sabrina Gaisbauer

Sabrina Gaisbauer ist Referentin bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

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