Ergebnisse AG 1: Lokaljournalismus braucht mehr Mut

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Workshop-Leiterin Annabell Trautwein sagt: „Raus aus der Comfort Zone und bringt Mut zum Scheitern mit!“

Annabell Trautweins Arbeitsgruppe „Der Anspruch: hoch“ befasste sich mit der Frage, wie es möglich ist, die Leserschaft mit innovativen Beitragsformen wieder mehr für Lokalpolitik zu interessieren. Die folgenden Ergebnisse haben die Workshopteilnehmer unter Trautweins Leitung herausgearbeitet.

Auch in einer sehr heterogenen Gruppe, dessen Teilnehmer in der Großstadt, Kleinstadt und sogar vom Land kommen, sind einige Themenüberschneidungen festzustellen. Zu den trockenen Themen, die bei allen regelmäßig bearbeitet werden müssen, zählen: Wahlen, Bauvorhaben, Events. Zu diesen erarbeitete die Gruppe Ideen für eine interessante Themenaufbereitung.

Eine Idee für eine interaktivere Umsetzung ist es beispielsweise, verschiedene Interessensgruppen in einer interaktiven Karte darzustellen. Alle Interessengruppen – Bürger, Ämter, Politiker – werden durch ein Schild oder Wappen auf der Karte markiert. Beim Klicken auf die verschiedenen Lager sind Hintergrundinformationen abrufbar. Die verschiedenen Interessen sind so plastischer und übersichtlicher gegenübergestellt.

Eine weitere Idee ist es, anhand eines Zeitstrahls auch längere Prozesse und Entwicklungen darzustellen.

Die Resultate für eine innovativere Berichterstattung im Allgemeinen sind folgende:

  • Den Blick öffnen, sich mehr trauen. Der Zeitdruck sollte nicht den geistigen Freiraum beschränken. Es lohnt sich, die eigene Comfort Zone zu verlassen, und sich Tools und Formate anzueignen, die auch längerfristig die Berichterstattung bereichern.
  • Die Berichterstattung mit Text und Bild ist nicht verkehrt, aber es ist das Minimum. Einige Themen haben hingegen passendere Formate als die klassische Darstellung. „Wir müssen anschaulicher und interaktiver werden, um mehr zu  machen, als das was wir von der Zeitung gewöhnt sind“, stellt Trautwein fest.
  • Wenn der Inhalt steht, und die Spielerei schief geht, ist immer noch die Basis vorhanden, um trotzdem Deadlines einzuhalten und eine zeitnahe Berichterstattung zu ermöglichen.
  • Das erfordert von den Machern Planung, Zeit und den „Mut zum Scheitern“, so Trautwein.
  • Aber: Auch die multimediale Berichterstattung muss geplant und wohldosiert eingesetzt werden, um keine Abstumpfung bei den Leser zu erzielen.

Viele Formate lassen sich nicht nur mit professionellem Equipment umsetzen. Auch Handykameras und Audio-Apps können inzwischen gute multimediale Inhalte liefern.

Wer vor der Umsetzung zurückschreckt, dem ist es empfohlen, sich Tutorials für Schnittsoftware im Internet anzuschauen, um sich die Basics anzueignen. Die bpb bietet ebenfalls regelmäßig Seminare an, bei denen die verschiedenen Tools vorgestellt und interessierten Journalisten und Journalistinnen beigebracht werden. Die vergangenen Seminare und Ergebnisse sind auf drehscheibe.org frei abrufbar.

Ein Fazit in aller Kürze: Abwechslungsreichere Formate, Raus aus der Comfort Zone und Mut zum Scheitern!

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Teilnehmer des Workshops „Der Anspruch: hoch“ präsentieren die Ergebnisse aus den letzten drei Tagen.

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