Ergebnisse AG 3: So geht Leserfinanzierung

Den Leser davon zu überzeugen, für Artikel eines hyperlokalen Onlineblogs zu zahlen, ist eine Herausforderung. Welche Vor- und Nachteile mögliche Finanzierungsformen für die unterschiedlichen Blogs bieten, haben die Teilnehmer der Arbeitsgruppe unter Philipp Schwörbels Leitung erarbeitet.

Wie kann ich meine Leser davon überzeugen, auch für meine Artikel zu zahlen?

Zunächst müsse man sich fragen, welche Zielgruppe man bediene und erreichen will, erklärt die Arbeitsgruppe. Sind die Leser wirklich an unseren Informationen interessiert und haben sie überhaupt das Budget, um dafür zu bezahlen?

Anschließend sei natürlich entscheidend, „wo man mit seinem Blog hinwolle“, so eine Teilnehmerin. Bei langfristiger Arbeit, also dem Ziel, den Blog auch auf lange Zeit zu etablieren, sind regelmäßige Zahlungen der Leser sinnvoll. Dadurch erhalte man eine Art regelmäßiges Feedback. „So weiß man, dass die Arbeit weitergeführt werden kann.“

Aber: „Durch ein Abomodell sperrt man immer auch ein Teil der Zielgruppe aus“, so eine Seminarteilnehmerin. Diejenigen, die also nicht für die Artikel zahlen, erhalten auch keine Informationen und das sei besonders für User, die das Geld nicht aufbringen können, schade.

Auch Crowdfunding könnte für manche Lokalblogs eine sinnvoll Finanzierungsvariante darstellen. Gerade bei artikelbezogenem Crowdfunding müsse man aber analysieren, aus welchem Grund gespendet werde. Eine Einmalspende bietet einem Lokalblag einen guten Start, auf lange Sicht könne diese Variante jedoch selten Finanzierungssicherheit bieten.

Die Teilnehmer erarbeiteten Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Erlösmodelle für die hyperlokalen Onlineblogs.

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Um diesem Problem entgegenzuwirken, kann auch die Variante, einen Förderverein einzurichten, eine gute Finanzierungsmöglichkeit sein. Den Freiwilligkeitscharakter empfinden die User meist als sehr positiv, zudem birgt diese Variante die Chance, die Leser stark an die eigene Seite zu binden.

Die Schwierigkeit liegt darin, den Leser davon zu überzeugen, dem Förderverein beizutreten. „Ich muss mir ganz genau überlegen, wie ich die Kampagne aufziehe, damit möglichst viele Leser motiviert werden, mich zu fördern“, erklärt Gruppenleiter Philipp Schwörbel.

Man müsse versuchen, eine gewisse Identifizierung des Lesers mit dem journalistischen Produkt zu erzeugen, so die Teilnehmer. Mit dem Credo „Du kannst etwas beitragen zu meiner Arbeit!“ lassen sich mehr User überzeugen, als man denkt.

Bei Spenden wichtig: Transparenz!

Wichtig ist dabei jedoch, transparent zu machen, was mit dem gespendeten Geld passiert. „Man kann zum Beispiel durch eine Art Tagebuch auf dem Blog darstellen, wie viel gespendetes Geld in diese und jene Recherche geflossen ist und was dabei herausgekommen ist“, erklärt eine Teilnehmerin. Außerdem sei eine Art Danke-Post denkbar wie „Dank euch habe ich diese neue Kamera und kann damit jetzt die folgenden Videos viel besser umsetzen.“

Um den Leser zum Zahlen zu bewegen, könne man auch andere Kanäle benutzen, als nur den Online-Lokalblog. Gerade als hyperlokales Medium müsse man auch die hyperlokalen Möglichkeiten ausnutzen. „Man kann zum Beispiel Beitrittszettel für den Förderverein beim Bäcker oder Metzger vor Ort auslegen. Auch dadurch werden Leser wieder angeregt, den Blog zu unterstützen.“

 

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