Lob ist toll, aber in Maßen

Anton Sahlender von der Mainpost hat uns viele Dinge erzählt, die in jedem Unternehmen selbstverständlich sein sollten. Mitarbeiter sollten kritisiert werden, egal ob positiv oder negativ, Hauptsache konstruktiv. Das ist gut und richtig, aber ich möchte seinen Ausführungen in zwei Punkten widersprechen.

1. Ich glaube nicht, dass eine Plattform im Intranet der richtige Weg ist, auf der Redakteure die Texte ihrer Kollegen bewerten. Dort werden sich über kurz oder lang immer nur dieselben äußern. Das führt dazu, dass ein Großteil gar nichts mehr von der Kritik mitbekommt. Falls aber doch, dann sind die, die sich dort sehr aktiv ausleben, schnell als Besserwisser gebrandmarkt.

2. Auch mit Lob vonseiten der Herausgeber oder Chefredaktion würde ich sparsam umgehen. Anmelden der besten Arbeiten für Preise ist gut, aber die Auszeichnung bzw. das systematische Zurschaustellen von internen Bestleistungen erzeugt sicher bei einigen Unmut, gerade in einer Zeit, da die Redaktionswelt vielerorts aufgeteilt ist in Editoren und Schreiber.

Der beste Weg für Lob/Kritik ist aus meiner Sicht immer noch die persönliche Ansprache.  Und wenn man das öffentlich machen will, dann in der Redaktionskonferenz.

Kommentare (2)

  1. Jein.
    Gegenfrage: Nach welchen Niveaus und Befindlichkeiten, welchen Perspektiven und Notwendigkeiten, welchen Zielen und Gedankenmodellen richten wir eine Redaktion – mittelfristig – aus?
    Wer bewegt sich auf wen zu? Manchmal ist es wichtiger, sich Stück für Stück auf die richtige Frage zuzubewegen und weniger wichtig, die richtigen Antworten zu finden.

  2. Bei uns ist es oft schon ein Lob, wenn der Tadel ausbleibt. Ich denke, dass Motivation viel mit Kommunikation zu tun hat – und die ist in einigen Verlagen wohl eher problematisch.
    Was spricht dagegen originelle und lobenswerte Layouts auch zu loben?
    Die Kultur der positiven Verstärkung ist meiner Erfahrung nach nicht sehr ausgeprägt. Das finde ich schade und verändernswert.

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