Eines Tages baby…

»One day baby, we’ll be old. Oh baby, we’ll be old and think of all the stories that we could have told« Bevor wir Journalistinnen und Journalisten alt werden und den ungeschriebenen Geschichten nachtrauern, können wir auch überlegen, wie wir unsere Begeisterung retten können. Robert Domes, selbstständiger Autor und Ausbilder für Journalistinnen und Journalisten, gab Tipps, wie man seine Ideen und Motivation in den Alltag retten kann. Aber lesen Sie selbst.

Wenn Sie die Inhalte und Ideen aus dem Modellseminar in Ihre Redaktion einbringen wollen, können Sie:
– eine Zusammenfassung des Seminars für die Kolleginnen und Kollegen anbieten.
– die Dokumentation mit interessierten Kolleginnen und Kollegen teilen.
– mit der Lokalchefin/dem Lokalchef bzw. Ressortleiter/-in klären, was Sie umsetzen wollen und was machbar ist.
– Kolleginnen und Kollegen als Verbündete suchen, die Sie unterstützen.
– geduldig und hartnäckig an dem Thema dranbleiben.

Vielleicht können Sie trotzdem Ihre Ideen nicht retten. Aber Sie können sich selbst auf jeden Fall retten. Nämlich so:

Schutz
Sie haben das Recht, sich zu schützen. Sie haben sogar die Pflicht, sich Freiräume zu schaffen, in denen Sie nachdenken, spinnen dürfen. Wenn Ihnen etwas zu viel ist, sagen Sie klar und offen Nein.
Auszeit
Nehmen Sie sich ein Mal pro Woche eine Stunde Auszeit für sich allein. Gehen Sie in ein Antiquariat, in ein fremdes Viertel, nehmen Sie ihre alte Kamera und verknipsen einen Schwarzweißfilm. Verbringen Sie qualitativ hochwertige Zeit mit sich selbst. Es ist die Zeit, um Ihren Brunnen aufzufüllen. Verpflichten Sie sich und tragen Sie diese Stunde ebenso in den Kalender ein wie Sie es mit anderen wichtigen Terminen machen.
Aufmerksamkeit
Kreativität ist kein vager und nebulöser Prozess, sondern das Gegenteil. Sie kommt aus präziser zielgerichteter Aufmerksamkeit. Gehen Sie mit offenen Sinnen durchs Leben (durchs Büro, durch die Stadt, durch die Themen). Die so erhaltenen Anregungen halten Sie fest. So entsteht ein kreatives Notizbuch.
Spaziergang
Wenigstens einmal pro Woche sollten Sie 20 Minuten spazierengehen. Noch besser sind 20 Minuten täglich. Das Stichwort heißt »Müßiggang«. Spazierengehen ist wie eine Bewegungsmeditation. Eine Übung des Reflektierens. Gehend lösen sich manche Knoten im Kopf und neue Ideen wagen sich hervor.
Klein anfangen
Sie müssen nicht gleich den Job wechseln. Schon kleine Veränderungen sind hilfreich. Sie können Ihr Archiv aufräumen, einen neuen Aktenkoffer kaufen, ein neues Hobby suchen. Oder Sie hübschen Ihren Arbeitsplatz auf. Oder Sie fangen bei sich selbst an. Mit einem neuen Parfüm oder einem schönen Kleidungsstück. Sie werden zufriedener und mit der Zeit summieren sich die kleinen Veränderungen zu einer großen.
Belohnung
Belohnen und loben Sie sich. Sie können Eisessen oder ins Kino gehen oder auch sich selbst Fanpost schicken (Es muss ja keiner erfahren). Belohnen Sie sich auch, wenn nicht alles 100% geklappt hat. Schließlich haben Sie Zeit und Kraft in die Arbeit investiert. Notieren Sie jede positive Bemerkung, jede Anerkennung, jeden Artikel, jede Aktion, die Ihnen einfällt. Das tut gut und macht Sie fit und gelassen für die nächste Woche.

All diese kleinen Aktionen helfen Ihnen auf jeden Fall durch den Alltag. Und wenn sie gelingen, können Sie in Ruhe alt werden und sich an viele tollen Geschichten erinnern.

Ann-Kristin Schöne

Ann-Kristin Schöne ist Volontärin bei der Bundeszentrale für politische Bildung, Jugendmagazin fluter und Lokaljournalistenprogramm.

Kommentare (4)

  1. Heute schon lesen, was erst morgen passiert! Ich bin beeindruckt und wünsche mir eine Vorhersage der Lottozahlen vom Samstag…. 🙂

  2. Lottozahlen machen wir leider nicht. Bitte wenden Sie sich an Ihren Kiosk 😉

  3. Danke, aber das Lob gebührt vor allem Robert Domes! Und um transparent zu sein: Der Eintrag sollte erst heute online gehen, aber ich habe einen Fehler in der Zeiteinstellung gemacht.

Kommentare sind geschlossen.

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