Was bleibt

Neben Diskussionen, Vorträgen und Gesprächen sind die Workshops schon immer ein wichtiger Teil der Tutzinger Radiotage gewesen – auch in diesem Jahr. Verschiedene Gruppen haben sich in den letzten Tagen intensiv mit den Themen „Wahlkampfkommunikation“ und „Glaubwürdigkeit“ auseinandergesetzt. Ihre wichtigsten Thesen und Tipps für den Arbeitsalltag kommen hier.

Wahlkampfkommunikation
Eine Wahl – viele Möglichkeiten

Berichterstattung zur Bundestagswahl anhand einer Regionalwelle
Ziel: Möglichst vielen Menschen klarmachen, dass sie wählen gehen sollen und wir ausgewogen und unabhängig berichten
Erster Schritt: Mit HörerInnen in Kontakt treten und sie fragen, was sie eigentlich hören möchten (via Radio, via Social Media, via Web)
Wichtig für die Berichterstattung:

  • alle aussichtsreichsten Parteien kommen zu Wort (orientieren uns an den Umfragen, welche Parteien die Aussicht haben in den Bundestag einzuziehen)
  • wir checken die Infos
  • wir bieten Forumsfläche (z. B. in Form von Podiumsdiskussionen)
  • wir stellen Themen und Personen vor
  • Kandidaten vorstellen: Blick hinter die Fassade: Warum wurde er/sie PolitikerIn? Was sind seine/ihre Werte?
  • wir führen die Diskussion und lassen uns nicht von den Parteien führen
  • Wahlsplitter (Fragen wie: Darf ich mein Kind eigentlich mit in die Wahlkabine nehmen?)
  • Grundbegriffe erklären
  • politische Schlagwörter übersetzen
  • Begriffe aus der Politik analysieren (z. B. Kompetenzteam)
  • ggf. einen Wahl-O-Mat im Radio etablieren

Glaubwürdigkeit
Geht uns das was an?
Wichtig für die Berichterstattung: sich auf die Basics besinnen.

  • den Hörer ernst nehmen
  • journalistisches Handwerk erklären und transparent machen, wie wir arbeiten (Kollegengespräche können sehr hilfreich sein, um zu klären, warum man wie arbeitet)
  • Fehler- und Beschwerdekultur: Fehler nicht vertuschen, sondern offen dazu stehen. Gibt viele Beispiele aus der Praxis, die belegen, dass Fehler nicht schlimm sind und das Eingestehen dieser auch Teil der Glaubwürdigkeit ist
  • nicht instrumentalisieren lassen (Beispiel AfD: Sie ist eine Partei wie alle anderen auch)
  • genau überlegen, worüber man berichtet
  • häufiger in Lösungen denken und nicht immer in Problemstellungen
  • Ausbildungsstandards einhalten

Diese journalistischen Basics sind nicht mehr so selbstverständlich wie wir meinen! Deshalb ist es wichtig, dass wir uns diese immer wieder im Arbeitsalltag vor Augen führen!

Ann-Kristin Schöne

Ann-Kristin Schöne ist Volontärin bei der Bundeszentrale für politische Bildung, Jugendmagazin fluter und Lokaljournalistenprogramm.

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