We did it

Das war Augsburg – nach fünf spannenden, erkenntnisreichen Tagen endete am Freitag das Modellseminar Kommunalpolitik in Ausgburg mit einem Vortrag von Robert Domes. Er vermittelte den Teilnehmern Ideen und Methoden, wie sie die neugewonnene Motivation in den Alltag retten können. Passend dazu lauschten die Journalisten dem Refrain eines Songs von Asaf Avidan, der ins Deutsche übersetzt lautet: “Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und über all die Geschichten nachdenken, die wir hätten erzählen können”. Und eben nicht nur darüber grübeln und später vertanen Chancen nachhängen, sondern gute Geschichten schreiben, das haben sich die Teilnehmer und die Teamleiter fest vorgenommen.

Bevor es dann wieder in Richtung Heimatredaktion ging, präsentierten die vier Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse. Hier auf dem Blog gibt’s nochmal alle Thesenpapiere zum Nachlesen.

Arbeitsgruppe eins unter der Leitung von Johann Stoll beschäftigte sich mit dem Thema: Aufmischen: Wie Lokaljournalisten mit Lautsprechern umgehen.

Ob Populisten, Bürgerinitiativen oder fordernde Interessengruppen – Politik kann für Lokaljournalisten ganz schön anstrengend sein. Wie können sie souverän mit dem Druck von außen umgehen? Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppe haben die eigene Rolle als Lokaljournalisten hinterfragt und diskutiert, wie nahe Journalisten Kommunalpolitikern kommen dürfen. Erarbeitet wurde ein Konzept, wie Lokaljournalisten mit Populisten und ihren Anhängern sowie anderen Pressure-Groups und Lobbyisten umgehen sollten.

Arbeitsgruppe 1

Arbeitsgruppe zwei unter der Leitung von Lars Reckermann stellte sich die Frage: Aufbrechen: Wie der Leser zum Blattmacher wird.

Längst haben viele Lokalredaktionen die Rolle als Meinungsführer verloren. Der bloggende Bürgermeister, die Newsletter versendende Bürgerinitiative und die Facebook-Gruppe „Mein Ort“ brauchen die Redaktionen nicht mehr, um ihre Nachrichten ans Publikum zu bringen. Nicht mehr der Hintergrundbericht erklärt die Welt, sondern ein YouTube-Video. Wie erobert Journalismus den Spitzenplatz zurück, wenn er mit Amtsblättern und Whats-App-Gruppen konkurrieren muss? Die Arbeitsgruppe suchte nach neuen Wegen, wie Leser und Nicht-Leser in den Dialog mit der Zeitung treten können.

Arbeitsgruppe 2

Arbeitsgruppe 3, betreut von Grit Baldauf, befasste sich mit folgendem Schwerpunkt: Auffliegen: Wie Redaktionen Fake News enttarnen und Geheimniskrämer knacken.

Bürgermeister machen dicht, Populisten rufen zum Zeitungsboykott auf. Falschmeldungen überschwemmen das Netz. Was ist wahr, was nicht? Die Arbeit von Journalisten steht in der Kritik. Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit Methoden der investigativen Recherche und testete Instrumente, um Mauern des Schweigens aufzubrechen und aufzudecken, was richtig und wichtig ist. Wie weit darf ich gehen? Ob im Netz oder im Rathaus: Die Aufgabe von Journalisten ist es, die Wahrheit ans Licht zu holen, Nachrichten abzuklopfen.

Arbeitsgruppe 3

Die vierte Arbeitsgruppe, angeleitet von Maike Scholz, arbeitete zum Thema: Aufhübschen: Wie der Flächennutzungsplan zum Krimi wird.

Kommunalpolitik kann und soll spannend sein – nicht nur für Journalisten, sondern vor allem auch für Leser und User. Lokaljournalisten kommt dabei die Rolle zu, bürokratische Begriffe wie Straßenausbaubeiträge zu klären, Hintergründe zu beleuchten und verständlich zu machen. Die Gruppe diskutierte Themenideen und ihre Umsetzung. Klassische Grafiken, Tabellen, Bilder oder eine Word-Cloud: Die Teilnehmer entwickelten neue Darstellungs- und Erzählformen und sammelten Ideen, wie Sie den Leser für Print und Online begeistern und gewinnen können.

Arbeitsgruppe 4

 

Fünf lehrreiche Tage in Ausgburg haben nicht nur neue Ideen, Fachwissen und Kontakte gebracht, sondern auch Motivation und Perspektivwechsel. Bei der abschließenden Feedbackrunde wurde neben einigen konstruktiven Kritikpunkten besonders deutlich: Das Modellseminar Kommunalpolitik war ein voller Erfolg und kam bei den Teilnehmern wie auch bei den Teamern sehr gut an.

Nun liegt es an jedem Einzelnen, die neu gewonnenen Erkenntnisse im Redaktionsalltag umzusetzen. Dabei vor allem: Viel Spaß! Und so verabschiedet sich auch der drehscheibe live Blog wieder. Bis zum nächsten Mal – dann von der Redaktionskonferenz in Tutzing.

Auf Wiederlesen!

 

Simone Ahrweiler

Simone Ahrweiler ist Volontärin bei der Bundeszentrale für politische Bildung, Jugendmagazin fluter und Lokaljournalistenprogramm.

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