Der goldene Weg zum Leser

Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung (links), und Medienberater Dr. Carlo Imboden

Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung (links), und Medienberater Dr. Carlo Imboden. Foto:mau

Wieviel Mitspracherecht hat der Leser? Diese Frage diskutierte der Lesergipfel beim Forum Lokaljournalismus.

Fragt ein Automechaniker seinen Kunden, wie er ein Auto reparieren soll? Nein. Und Journalisten sollten das auch nicht tun, findet der Schweizer Medienberater Dr. Carlo Imboden: „Journalismus ist eine Kunst, ist ein Handwerk. Man sollte nicht den Laien fragen, wie es geht.“ Die Aufgabe der Zeitungsmacher sei viel mehr, die Menschen zu führen. Und zwar weg vom Terminjournalismus hin zu großen Themen, die im Lokalen klein aufbereitet werden: „Das Bedürfnis der Leute, politische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, ist groß.“

Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, ist anderer Meinung: „Wir machen die Zeitung ja nicht für uns, sondern für die Leser. Deshalb müssen wir bei ihnen nachfragen, ob wir gute Arbeit leisten.“ Mit den Augen der Leser zu sehen, ist seiner Meinung nach der richtige Weg.

Holger Niehoff sitzt seit Sommer vergangenen Jahres im Leserbeirat der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er gibt seiner Lokalredaktion sowohl Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Ihm sind genau die Themen wichtig, die Imboden nicht im Blatt sehen möchte: das neue Feuerwehrauto, Vereinstreffen, Lokalsport. „Das ist den Menschen wichtig. Wer in der Zeitung steht, schneidet sich den Artikel aus.“ Einen Konsens darüber, ob und in welchem Maß die Leser an der Gestaltung ihrer Lokalzeitung beteiligt werden sollten, gab es nicht. Den goldenen Mittelweg zu finden, ist Aufgabe der Zeitungsmacher.

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