Fundgrube Schule – Geschichten, Themen und Zugänge für Lokaljournalisten

Lernen, diskutieren, umsetzen: diesen Dreischritt hatten die 32 Lokaljournalisten nach einer Woche verinnerlicht. Beim bpb-Modellseminar „Lokales macht Schule“ in Travemünde konzentrierten sie sich auf  Schule und Bildung und auf die Frage, welche Möglichkeiten der Themenkomplex für’s Lokale bietet.

Bildungsexperten und Referenten sorgten für den Input, in den Arbeitsgruppen wurde die Brücke geschlagen zur praktischen Umsetzung in der Lokalberichterstattung. Alle Tipps dazu werden in Kürze in eine Werkstattbeilage der Drehscheibe einfließen.

An dieser Stelle gibt es bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen:

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Arbeitsgruppe 1: Reifeprüfung – Schulen im Vergleich

Fehlstunden von Lehrern, der Zustand der Schultoiletten oder die Qualität des Mensaessens: Wenn Redaktionen Schulen auf den Prüfstand stellen, bedeutet das zwar eine Menge Arbeit, liefert aber gleichzeitig den Lesern eine gern genutzte Orientierungshilfe und der Zeitung viel Stoff für die weitere, spannende Berichterstattung. Die Arbeitsgruppe erstellt Leitlinien, welche Themen für Rankings reizvoll sind, wie sie am besten geplant werden und welche Klippen dabei umschifft werden müssen.

Arbeitsgruppe 2: Das große Einmaleins – Recherche in Sachen Bildung

Ob Schule öffentlicher Raum ist, inwieweit Schulleiter Auskünfte geben müssen, was Schulverwaltungen verschweigen dürfen und was nicht – über all‘ das streiten sich sogar die Juristen. Ohne das „Kleine Einmaleins“ der Themenfindung und des Presserechts zu vernachlässigen, sucht die Gruppe nach neuen, kreativen und modernen Recherche-Methoden, um die Aufreger-Themen in die Zeitung zu holen.

Arbeitsgruppe 3: Projektwoche – neue Themen rund um die Schule

Einschulung, Englisch-Zertifikat und Entlassungsfeier spiegeln sich in jedem Lokalteil. Welche Themen regen Schüler, Lehrer und Eltern wirklich auf? Welche Missstände muss die Zeitung aufgreifen, um glaubhaft zu bleiben? Die Gruppe wird der Lebensrealität an Schu len näherkommen, neue Themen suchen und kreative Ansätze für die Berichterstattung erarbeiten. Ziel ist die Konzeption von Serien und das Anregen kontroverser Diskussionen.

Arbeitsgruppe 4: Schulbusgeflüster – und zwar crossmedial

Wie setzt man crossmedial Schulthemen um? Wie kann eine Lokalredaktion den Kontakt zur Schule intensivieren und auf allen medialen Ebenen pflegen? Wie bietet eine Redaktion eine Plattform für Geschichten und Gespräche rund um Schule? Wir entwickeln Konzepte, wie wir Schülerinnen und Schüler direkt ansprechen und ihre Anliegen ins Blatt oder auf unser Internetportal holen.

Stephan Beuting

Hörfunkt, windelt, läuft, kocht, isst, fliegt, baggert, pritscht und schlägt.

Kommentare (5)

  1. Ich war nach 1996 zum zweiten mal bei einem Semirar der BPB. „Lokales macht Schule“ war eine tolle Woche. Die Arbeitsgruppe „Schulen im Vergleich“ war zwar nicht meine erste Wahl, hat trotzdem Spaß gemacht – und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Tolle, interessante und wenig eitle Kollegen kennen gelernt. Ich komme wieder – nicht erst in 14 Jahren.
    Martin Tschepe, StZ

  2. Ob im Schulbus geflüstert wird, sei einmal dahingestellt. Es raschelt jedenfalls kein Zeitungspapier. Dafür zücken Schüler nach dem Unterricht ihre mobilen Geräte. Auf dieer Wellenlänge müssen auch die Verlage „funken“, wenn sie junge Menschen erreichen wollen. Der Sprung von den Online-Angeboten in de Tageszeitung mag ein großer sein. Entsprechend braucht man Anlauf. Die Arbeitsgruppe 4 empfieht Schülerreporter, direkte Gesprächsrunden und den Einstieg in die sozialen Netzwerke. Themen gibt es genug.

  3. Was für eine tolle Fortbildung – gute Referenten, tolle Organisation, große Portionen Inspiration und jede Menge Anstöße für frischen Redaktionswind. Solche Seminare sollten auf dem Stundenplan eines jeden Journalisten stehen – täte allen gut, sich hin und wieder die Gehirnwindungen durchpusten zu lassen und Platz für neue Ideen und Herangehensweisen zu schaffen. Gruß, Heike

  4. Ich freu mich schon auf die Werkstattbeilage und verspreche mir davon viele Ideen.

  5. Zugegeben, der Alltag hat einen Schreiber schnell wieder im Griff. Ob und wann ich/wir die wunderbaren Ideen aus diesem Seminar umsetzen können, weiß ich noch nicht. Die schöne Zusammenfassung hier kann garantiert helfen, auch Kollegen zu überzeugen. Mir hat es enorm viel gebracht. Und ich würde mich freuen, den ein oder anderen (die eine oder andere) mal wieder zu sehen – vielleicht bei einem Reisestopp mitten in Deutschland. Das Druckhaus Göttinger Tageblatt liegt direkt an der A7. Beste Grüße, Ulli S. (GT)

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