Müll auf allen Kanälen

Bild: icatus/flickr

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Stadtfest, Kreisliga-Derby, Großbrände, Gremiensitzungen oder Bilanzpressekonferenzen der örtlichen Volksbank – wie lassen typische Lokalthemen statt nur im Print auch online ansprechend und kreativ aufarbeiten?
Ulli Schönbach und ich bearbeiten das Thema „Der Stadt-/Gemeinderat beschließt höhere Müllgebühren“.

Satzungsänderungen werden in Ausschusssitzungen vorbesprochen. Das ist meist der Zeitpunkt, zu dem eine geplante Gebührenerhöhung erstmals öffentlich bekannt wird. In der Regel zieht sich ab diesem Zeitpunkt eine mehrwöchige Diskussion durch die Zeitungsspalten. Der Bürger protestiert, weil er mehr zahlen muss. Die Verwaltung begründet ihr Handeln. Die Stadtratsfraktionen beziehen Position. Eine gute Gelegenheit, das Thema crossmedial zu spielen. Alle Bürger im Einzugsgebiet müssen Müllgebühren zahlen, entsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit. Auch Nicht-Leser wollen wissen, wie es in dieser Frage weitergeht und können über den Online-Auftritt der Zeitung angesprochen werden.

Unsere mögliche Strategie, das Ganze auf möglichst vielen Kanälen zu begleiten:

Nach dem ersten Bekanntwerden der geplanten Gebühren-Erhöhung
  • regelmäßige Berichterstattung Print
  • Anlegen eines Specials oder Dossiers auf der Homepage, auf dem alle Beiträge aus der fortlaufenden Printberichterstattung gesammelt werden. Dazu eine Linkliste mit Verweisen auf öffentlich zugängliche Vorlagen, Presseinformationen usw.
  • Wenn vorhanden Grafiken und Tabellen anbieten, etwa ein Vergleich der Müllgebühren in den umliegenden Gemeinden /Kreisen,
  • Das Dossiers ist durch Direktlink erreichbar (www.zeitung-online.de/muellgebuehr). Bei jeder Berichterstattung Print oder online wird darauf verwiesen.

Parallel dazu

  • Verweis auf Berichterstattung und Online-Special über Facebook
  • Voting „Gebührenerhöhung gerecht ja/nein“, am besten auf der eigenen Homepage, weniger über Facebook
  • Die Ergebnisse des Votings können in der Printberichterstattung aufgenommen werden, zugleich bieten sie Ansatzpunkte für redaktionelles Marketing: Lokalradio, Anzeigenblätter (vielleicht aus dem eigenen Verlag).

Weitere Optionen (wenn Technik und Kapazitäten vorhanden)

  • Video Straßenumfrage
  • Video Interview mit der Stadtspitze/ Positionen der Fraktionen
  • interaktiver Müllgebührenrechner

Am Tag vor der Abstimmung

  • Aufruf über die Redaktions-Facebook-Seite „Morgen stimmt der Rat über Müllgebühren ab, was ist eure Meinung zum Thema“
  • dazu die Ankündigung: Hintergründe und Meinungen morgen in der Zeitung

Tag der Abstimmung

  • Schwerpunktthema in der Printausgabe
  • Übernahme von Facebook-Meinungen in die Printberichterstattung, damit Verweis auf die Facebook-Seite der Redaktion
  • Hinweis über Facebook „Heute stimmt der Rat ab. Ergebnisse erfahrt ihr ab 18 Uhr hier (bzw. auf der Zeitungs-Homepage).

Aus der Ratssitzung

  • Twitter-Eilmeldung/ automatisiertes Posting auf Facebook über die Entscheidung
  • Verweis „Später mehr“
  • Nach der Sitzung: Erstmeldung für Online und Print
  • Hinweise auf die Erstmeldung über Twitter und Facebook

Am Tag danach

  • ausführliche Berichterstattung Print und Online (wenn frei zugänglich) mit Verweis auf das Online-Special
  • Erweiterung der Linkliste im Special auf Beschlusstext und offizielle Information der Stadt
  • Bewerbung von Hintergrund und Text über Facebook

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