Hyperlokales beim Hamburger Abendblatt

Stadtteilreporter auf Abendblatt.de

Bevor Bart Brouwers, Chefredakteur Lokaal Online, uns morgen früh in seiner Keynote etwas über seine Erfahrungen mit hyperlokalem Journalismus berichten wird, macht das Hamburger Abendblatt heute schon Ernst und lässt gecastete Blogger aus den Stadtteilen Hamburgs berichten. Laut Meedia werden die Inhalte der Blogger, die kein Honorar für ihre Texte und Bilder erhalten, erst redaktionell geprüft, bevor sie online gehen. Sollte es einer der Beiträge ins Printprodukt schaffen, sollen die Autoren auch entlohnt werden. Sieben Stadtviertel decken die 18 Blogger erst mal ab. Chefredakteur Claus Strunz sieht das Ganze aber als den Anfang einer journalistischen Revolution. Jeder Abendblatt-Redakteur solle künftig auch ein Stadtteilblogger werden. Gegenüber Meedia sagte Strunz: „Jeder Print-Kollege soll immer die Augen offen halten. Wenn er draußen eine Story sieht, soll künftig schon eine erste Version, die sich erst mal nur mit der Wiedergabe der Tatsachen beschäftigt, bereits online sein, bevor er hier im Verlagsgebäude durch die Drehtür kommt. Und um die gut recherchierte Geschichte kümmert er sich dann, wenn er in der Redaktion ist.“ Es bleibt abzuwarten, ob dieser weitere Schritt in der Abendblatt-3.0-Strategie sich als erfolgversprechend erweist. Zumindest ist es ein ehrenwerter Versuch, der Stadtteil-Berichterstattung, die bei allen deutschen Metropolen-Zeitungen ein klägliches Dasein fristet, einen größeren Stellenwert zu geben.

Nachtrag: Auf der Facebook-Seite von Claus Strunz wird das Thema auch diskutiert.

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