Kaffeeduft, Party und Newsbusiness

Feuerwehrmänner, Kinder, Schule, Babys und natürlich Fußball – all das ist nicht nur für unsere Zeitungen wichtig, sondern auch in Tschechien. Matej Husek ist jetzt bei uns und spricht über die tschechische Medienlandschaft. Und da werden Nachrichten auch im Café produziert. Jawohl!

Was für eine geniale Idee, da bekommt man Appetit auf mehr – als Leser und Journalist. Von wegen Zeitung ist verstaubt. Husek zeigt sogar Bilder des Cafés  – sehr gemütlich. Da feiern und tanzen die Leser und die Redaktion ist live dabei und schreibt. Frage mich allerdings, wie die Journalisten da ihr Arbeitspensum schaffen.  Bei der Ablenkung! Zum Glück war es eine Wochenzeitung.

Sogar der Chefredakteur gehörte zum Team im Newscafé – neben Reportern, Sportreporter, Kaufmännischen Angestellten und externen Mitarbeitern. Das Ziel der Aktion? Nah ran an die Leser. Wie sich der Spaß finanzierte?

15 Prozent der Einnahmen stammten aus dem Verkauf der Zeitung,

40 Prozent aus Werbung,

25 Prozent waren Einnahmen des Café,

der Rest? Verkauf von Infografiken!

Allerdings konnte man die Investoren nicht überzeugen. Am Ende wurde der Plan nicht erfüllt! Vier Jahre Zeit hatte man eigentlich, um schwarze Zahlen zu schreiben, nach zwei Jahren wurde das Newscafé-Projekt gestoppt – obwohl es einen Leserzuwachs gab. 10 bis 20 Abos kamen pro Woche hinzu.  Die Idee bleibt trotzdem super. Vielleicht war es nur noch nicht die richtige Zeit?

Ein Teil des hyprlokalen „Nase-Adresa“-Projektes (Nase Adresa = Unsere Adresse) hat übrigens überlebt. Matej Husek kümmert sich weiter darum, dass von Tschechien aus, Infografiken in die Welt verschickt werden – auf Bestellung. Und nachdem, was er hier gezeigt hat, kann man nur sagen: Hut ab! Die Jungs haben es drauf. Die kann man sogar hier in Deutschland kaufen. Hier werden jetzt sicherlich gleich kräftig Visitenkarten verteilt… Ich werde mich mal anstellen.

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