Uwe Renners, Rheinpfalz
Uwe Renners, Rheinpfalz

Nach oben gepusht

Die Rheinpfalz macht vor, wie eine Zeitung per Pushnachricht den Leser auf den Laufendem hält und ihn  langfristig an das Blatt binden kann. Auf dem Forum Lokaljournalismus stellte ihr stellvertretende Chefredakteur Uwe Renners das Konzept vor.

Kurz und prägnant, das zeichnet Pushnachrichten aus, und so präsentierte Renners auch seinen Vortrag. Über den „Pfalzticker“ seiner Zeitung ploppen täglich zwei bis fünf der Pushnachrichten auf den mobilen Endgeräten auf. Der Nutzer hat daraufhin die Wahl, zwischen der E-Paper-Ansicht oder dem angepassten Smartphone-/ Tablet-Layout zu wählen. Einige Pushnachrichten aus dem „Pfalzticker“ sind verlinkt zu Plus-Artikeln, die dann mit dem Digital-Abo abrufbar oder am nächsten Tag in der gedruckten Ausgabe lesbar sind.

Nicht nur regelmäßiges Update, sondern auch Erinnerung ans Medium

„Wir würden gerne noch mehr pushen, aber die Inhalte sollen auch relevant sein“, sagt Renners. Es handle sich nicht nur um ein regelmäßiges Update, sondern auch um eine Erinnerung ans Medium.

Das Konzept scheint zu funktionieren. Seitdem die Rheinpfalz im Januar 2017 ihre Schlagzahl bei den Pushnachrichten erhöht hat, wächst auch die Zahl der bezahlenden Online-Leser – die Ausgabendownloads stiegen in der Zeit um 22 Prozent. Renners sieht in den regelmäßigen, kurzen Nachrichtenupdates den langfristigen Vorteil, den Leser immer wieder an die Zeitung zu erinnern. „So werden keine Abos vergessen oder nach einem Jahr wieder abbestellt.“

Inhalte wichtiger als Layout

Seit kurzem veröffentlicht die Rheinpfalz ihr E-Paper auch als Abendausgabe, damit der Leser neben den Online-Inhalten genauso früh wie möglich auf das E-Paper-Format zugreifen kann und nicht bis zum nächsten Morgen warten muss. Der Aktualität geschuldet entstehen dann Freiflächen – da bleibt auch mal der Leitartikel bei der Veröffentlichung um 19:30 Uhr kurz weg.

„70 bis 80 Prozent der Ausgabe sind allerdings gefüllt“, erklärt Renners. Die restlichen Artikel folgen dann im Laufe des Abends. Die derzeit rund 30.000 E-Paper-Nutzer würden dafür Verständnis zeigen. „Sie wissen dadurch, es wird noch gearbeitet.“ Das zeige, dass es oft auf die Inhalte ankommt und nicht auf das Layout.

Text: Leon Wohlleben

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