Alle Artikel mit dem Schlagwort: bpb

Thomas Krüger ist Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

„Krisenzeiten sind Hochzeiten für den Lokaljournalismus“

Das 25. Forum Lokaljournalismus in Bremerhaven ist eröffnet. Nach kurzen Begrüßungen durch Anke Vehmeier, Leiterin des Lokaljournalistenprogramms der Bundeszentrale für politische Bildung, und Christoph Linne, Chefredakteur der Nordsee-Zeitung, hielt Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die Eröffnungsrede. Er beschwor die großen Fähigkeiten des Lokaljournalismus und seine gesellschaftliche Bedeutung gerade in Zeiten wie diesen. Hier Auszüge aus der Rede: „Nach langer Pause freue ich mich, Sie nun heute hier beim 25. Forum Lokaljournalismus in Bremerhaven begrüßen zu dürfen. (…)Wir haben zwei herausfordernde Jahre hinter uns – zwei Jahre, die auch für Sie als Chefredakteurinnen und leitende Redakteure von Lokal- und Regionalzeitungen von neuen Herausforderungen und einem gravierenden Wandel geprägt sind. Gesellschaftliche wie auch wirtschaftliche Unsicherheiten haben sich in den Redaktionsalltag übersetzt, zahlreiche Redaktionen  standen vor existenziellen Fragen: Wie kann die Redaktion durch die Krise kommen, sie erfolgreich bewältigen? Welche Formate funktionieren aus dem Homeoffice und ohne den persönlichen Kontakt? Und wie kann sich das eigene Medienhaus finanziell wie strukturell gut aufstellen? Und all das, ohne dass die Qualität des Lokaljournalismus leidet. Die Pandemie war …

Dem Leser auf der Spur

Servicestücke, Umfragen, Aktionen oder Hintergrundtexte? Dank intelligenter Technologien und schier endlos erscheinenden Datensätzen ist es möglich zu erkennen, welche Themen die Leserinnen und Leser beschäftigt. Aber wie gehen Lokalredaktionen mit den Unmengen an Informationen um? Wie lassen sich die Zahlen schnell und einfach auswerten? Und vor allem: Wie lassen sich Leser langfristig an die Zeitung binden? Yannick Dillinger (Schwäbische Zeitung), Barbara Zinecker (Nürnberger Nachrichten) und Jost Lübben (Westfalenpost) stellten ihre Ideen dazu vor. Yannick Dillinger (Schwäbische Zeitung) – Article Score 16:11 Uhr – die Verbindung steht. Yannick Dillinger, stellvertretender Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung (Ravensburg), konnte nicht am Modellseminar teilnehmen, er wählte aber einen für einen Online-Experten angemessenen Weg, doch noch dabei zu sein: Videotelefonie. Dillinger sprach über das Messtool Article Score. Live dabei in den RedaktionenVor zwei Jahren startete er bei der Schwäbischen damit. Seine Idee dahinter: Anstatt den Redakteuren Excel-Tabellen mit Auswertungen der Klick- oder Besucherzahlen zu schicken, die in der Regel nur sporadisch geöffnet werden, möchte er jedes Ressort und jede Redaktion an den Zahlen und Scores teilhaben lassen. Jeder soll live sehen, …

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Eine Rede, die Mut macht

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, sprach beim 24. Forum Lokaljournalismus in Nürnberg. Hier können Sie seine komplette Rede noch einmal nachlesen: Lieber Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Husarek, lieber Herr Dr. Encke, liebes Projektteam Lokaljournalisten, sehr geehrte Damen und Herren, ein Ort wie der Tiergarten mit seiner Vielfalt an Lebensformen vom Wildvogel bis zum Meeressäuger lädt zum Staunen ein. Oder haben Sie schon mal zu Abend gegessen während eine Seekuh an Ihnen vorbeischwimmt? Vielen Dank lieber Dag Encke, Direktor des Tiergartens, dass Sie uns diesen Saal zur Verfügung gestellt haben und damit diese einmalige Atmosphäre ermöglichen. Warum Lokaljournalismus? Lokaljournalisten müssen zum Staunen an keinen besonderen Ort gehen. Die Geschichten, die die Menschen umtreiben, die begeistern und für Diskussionen sorgen, liegen oft auf der Straße. Wer aus seiner Redaktion hinausgeht und mit den Menschen spricht, wird sie finden. Weshalb brauchen wir, die Bürger, die Leser, die Journalisten, den Lokaljournalismus? Die Gründer des Lokaljournalistenprogramms waren der Meinung: „Der Lokalteil ist das Herzstück der Zeitung, von ihm lebt sie. Der Lokalteil entscheidet darüber, wie sich die …

Corinna Igler, Mediengruppe Oberfranken

Die beste Freundin im Handtaschenformat: Die Landmadla – Post von Fränkinnen für Fränkinnen

Ein Magazin, bei dem Frauen selbst mitbestimmen können, was sie gerne lesen: Dieses Best-Practice-Beispiel stellte Produktmanagerin Corinna Igler von der Mediengruppe Oberfranken auf dem Podium des Forum Lokaljournalismus vor. Landmadla heißt das Magazin, das mit einem Format von DINA 5 leicht in jede Handtasche passt. Die Idee Die Mediengruppe Oberfranken wollte ein Frauenmagazin auf den Markt bringen, das auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Leserinnen eingeht. „Es soll wie die beste Freundin sein. Ob Inhalte oder Layout – die Leserinnen bestimmen“, sagte die Bambergerin. Dabei soll das Magazin des achtköpfigen Teams auch Geheimtipps geben und sich von der klassischen Tageszeitung unterscheiden. Entstanden ist das Landmadla im Rahmen des Workshop „design-thinking-project“. Dort wurde Landmadla als eine von zwei Ideen aus insgesamt 15 ausgewählt. Für zwölf Testerinnen wurde die erste Ausgabe als Vierseiter im Sommer 2015 veröffentlicht. Darauf folgte eine Facebookgruppe, die 40 Mitglieder hatte. Innerhalb von zwei Tagen stieg die Mitgliederzahl 400 – „eine ganz schnelle Dynamik“, betonte Igler. Wie funktioniert Landmadla? Die Frauenzeitschrift ist interaktiv: Durch Mädelsabende mit gemeinsamem Cocktailmixen oder einem Grillkurs , einer …

Walter Hauser von der Kleinen Zeitung aus Graz

Wie die Kleine Zeitung mit der Paywall groß verdient

„Das Ende der Gratiskultur war überfällig“ lautete das Credo am Donnerstagnachmittag beim Forum Lokaljournalismus. Wie Journalisten neue Leser akquirieren und treue Leser behalten können – nicht trotz, sondern gerade durch ein digitales Konzept, der Paywall. Eine Zeitung hat geschafft, wovon andere Medienhäuser träumen. Walter Hauser, Geschäftsführer des Leser- und Usermarkts der Kleinen Zeitung aus Graz erzählte auf dem Podium des Forum Lokaljournalismus, wie die österreichische Lokalzeitung vor zwei Jahren auf ein funktionierendes Paywallsystem umstieg. Innerhalb von zwölf Monaten verkaufte die Zeitung 26 000 neue Abos (drehscheibe berichtete). „Ich kann nicht genau sagen, wie das  geht. Aber ich habe zusammengetragen, was unserer Sicht die richtigen Entscheidungen waren“, sagte Hauser. Ob es ein Erfolg sei, sollten die Zuhörer selbst entscheiden. Die Zahlen Zum Einstieg legte Hauser die Mediadaten des Medienhauses dar: Die Kle ne Zeitung habe derzeit 784.000 Leser, die verkaufte Auflage liege bei 280.400 Stück. Mit ihrem Online-Auftritt erreicht der Verlag täglich 270. 000 Visiter. Mit 18 verschiedenen Ausgaben setzt das Grazer Medienhaus, das nach der Kronenzeitung die zweitgrößte Zeitung Österreichs herausbringt, auf Regionalität. Die Erfolgsfaktoren …

Journalismus trifft Wissenschaft

Der letzte Konferenztag stand zunächst im Zeichen der Wissenschaft. Wie werden Online-Angebote genutzt? Wie müssen bestehende Angebote weiterentwickelt werden? Und wie viel Crossmedia muss überhaupt sein? Um diese Fragen ging es in den drei Abschlussarbeiten, die in der ersten Impulsrunde vorgestellt wurden. Moderiert wurde die Runde von Prof. Dr. Wiebke Möhring (Technischen Universität Dortmund). Es sprachen Michael Jochimsen, M.A. und Online-Redakteur der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Kassel), Martin Wiens, B.A. und Master-Student an der Universität der Künste in Berlin, und Jonas Matthias Schützeneder, M.A. und wissenschaftlicher Mitarbeiter (Lehrstuhl Journalistik) an der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt. „Themen, Uhrzeit und Geräte – So werden lokale Online-Medien genutzt“ Michael Jochimsen, M.A. und Online-Redakteur der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (Kassel), untersuchte in seiner Studie das Online-Medienangebot der Ruhr Nachrichten. Dabei widmete er sich in einem ersten Teil den allgemeinen Klickzahlen. Einige grundlegende Erkenntnisse: Die Page Impressions steigen im Laufe des Tages stetig an. Besonders in den Abendstunden werden Online-Angebote genutzt. Die Nutzungsdauer auf mobilen Endgeräten ist länger als auf anderen Geräten. Die Lesezeit bei sozialen Medien ist deutlich länger als bei „direkten“ Online-Angeboten. Im zweiten Teil seiner Untersuchung führte Jochimsen …